Chronik des Simonshofes auf dem Liefersberg

Im 15. Jahrhundert wurde der Liefersberg besiedelt. Zum Liefersberger Hof gehörten insbesondere Wald, aber auch Äcker, Felder und Wiesen so wie eine Hausmahlmühle. Das geschlossenes Hofgut wurde etwa um 1565  von den Brüdern Hans und Lorenz Schilling geteilt. Den Teil ”Simonshof” erhielt Hans und der restlichen Teil (jetziger Wöhrlehof) verblieb bei Lorenz. Dabei bekam jeder eine Seite des Hofgebäudes. Die Küche wurde von beiden Familien gemeinsam genutzt. Die Grenzen des Grundbesitzes waren im Wald durch so genannte “Lauchenbäume” gekennzeichnet, in deren Rinde Grenzmarkierungen eingeschlagen wurden, teilweise dienten aber auch Bildstöcke, Wegkreuze und die zwischen der Herrschaft Schramberg und dem Herzogtum Württemberg errichteten Grenzsteine des 16. Jahrhunderts als Orientierungspunkte für den Hofbesitz.
 

 


Brandkatastrophe

Am 10. Januar 1626 zwischen 22.00 und 23.00 Uhr brach im Bauernhaus des zweigeteilten Hofgebäudes ein Feuer aus. Dabei wurde das gesamte Anwesen der Bauernfamilien Christian (Simonshof) und Jakob (Wöhrlehof) zerstört. Außer den Familien der beiden Besitzer lebten noch deren Geschwister Andreas, Gallus, Brigitta und Hans Schilling auf dem Liefersberger Hof, die sich als Knechte und Mägde verdingten. Alle Vorräte wurden vernichtet und das gesamte Groß- und Kleinvieh verbrannte. Leider war auch ein Menschenleben zu beklagen der fast 100-jährige Onkel von Jakob Schilling -Lenntzin Schilling- konnte nicht mehr gerettet werden und kam in den Flammen um. Das Bauernhaus stand in dem Dobel zwischen dem heutigen Simons- und Wöhrlehof.
 


Schwarzer Tag für den Liefersberg

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) im Jahre 1634 hatten sich bei Villingen große Heerhaufen angesammelt, welche weit und breit die Bauernhöfe überfielen. Es dauerte nicht lange und das Unheil brach auch über die Liefersberg herein. Am 17. Mai 1634 kam ein Reitertrupp über den Sulzbach auf den Liefersberg, Moosenmättle und bis hinab ins Reichenbächle. Sie raubten alles Großvieh das sie fanden.


Die Schanze und Wallgräben auf dem Liefersberg

Die Schanzen der Liefersberger Verteidigungslinie stammen aus den Jahren 1697-1701, also der Epoche des Barock. Diese Verteidigungslinien wurde im spanischen Erbfolgekrieg auf Befehl des Badischen Marggrafen Ludwig Wilhelm(auch Türkenlois genannt) errichtet und verliefen von Säckingen am Oberrhein bis Neuenbürg an der Enz. Sie hatten eine Gesamtlänge von 550km. Erbaut wurden die Schanzen und Wälle der „Vorderen“ und „Hinteren Linien“  mehrheitlich von Schanzbauern. Die einerseits von Offizieren angeleitet, aber gleichzeitig von Soldaten überwacht wurden. Ab 1700 wurden verstärkt vor allem Soldaten beim Schanzbau herangezogen, da die Bauern zahlenmäßig nicht mehr ausreichten, um die umfangreichen Erdwerke in der gewünschten Zeit zu errichten. Die Barockschanze auf dem Liefersberg ist 25 m im Quadrat groß. In der Mitte sind noch die Grundmauern eines Unterstandes. Die Schanzgräben laufen über den Berggrat nach „Vor Sulzbächle“ an die Kinzig und in Richtung „Moosenmättle“
Die Schanzanlage hielt jedoch nicht, als im April 1703 General Villars mit 35.000 Mann von Offenburg aus in das Kinzigtal vordrang. Da zur Verteidigung nur 4.000 Mann zur Verfügung standen, musste man bald der Übermacht weichen und die Stellungen räumen. So erlebte Schiltach und Lehengericht diesen Krieg auf der eigenen Gemarkung, der droben auf dem Liefersberg aber auch quer durch das Kinzigtal seine Spuren hinterließ.
 


Flößerei

Das Holz der Lehengerichter Waldbauern wurde über die Kinzig bis Straßburg und später über den Rhein bis Holland geflößt. Die Flößerei begann im 13. Jahrhundert und endete 1890 nach dem Bau der Eisenbahnlinie. Die Bauern mussten das Holz bis an die Kinzig bringen, dort wurde es zu einem festgesetzten Preis von den Flößern übernommen, was zum Wohlstand der Flößer führte. Simon Bühler der den Simonshof von 1768 bis 1802 bewirtschaftete und nach dem der Hof benannt ist hat erstmals 1785 selbst ein Floß bis Kehl geflößt. Dies führte zu Streitereien mit den Flößern die um Ihre Flößereirechte fürchteten. Das Oberamt Hornberg verbot darauf den Waldbauern das flößen. Erst ab 1830 konnten Sie das Holz selbst flößen was auch zum Wohlstand der Waldbauern führte.